Fenster
Mit dem richtigen Fenster den Energiebedarf senken
Rahmen, Glas und Randverbund ergeben zusammen den Wert, auf den es ankommt. Wir zeigen, wie die Größen zusammenhängen – und was sich im Bestand wirklich rechnet.
Energie wird teurer und Ressourcen müssen geschont werden. Damit rückt die Wärmedämmung am Fenster in den Vordergrund – bei der Sanierung genauso wie im Neubau.
Das Fenster ist in der Gebäudehülle die Stelle mit dem größten Wärmeverlust je Quadratmeter. Gleichzeitig ist es die einzige Stelle, die auch Wärme hereinlässt. Gute Fensterplanung heißt deshalb nicht, den Verlust um jeden Preis zu minimieren, sondern Verlust und solaren Gewinn in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen – und das fällt je Himmelsrichtung unterschiedlich aus.
Dabei zählen Rahmen und Glas gemeinsam. Bei Wohngebäuden entfallen 15 bis 35 Prozent der Fensteröffnung auf den Rahmen, und die Dämmqualität der Rahmenmaterialien unterscheidet sich erheblich. Das Regelwerk berücksichtigt daher neben den Verlusten über den Rahmen (Uf-Wert) auch die Verglasung (Ug-Wert) und schließlich das gesamte Fenster (Uw-Wert). Hinzu kommen der Baukörper und das Wärmedämmverbundsystem, an das das Fenster anschließt.
In unserer Ausstellung stehen drei Ausbaustufen direkt nebeneinander, auch im Querschnitt. So lassen sich Bautiefe, Konstruktion und Zwei- gegen Dreifachverglasung vergleichen – und zwar bei Holz-, Kunststoff- und Aluminiumfenstern gleichermaßen.
Wärmedämmung am Fenster kurz erklärt
- Uw-Wert
- Der Uw-Wert beschreibt das gesamte Fenster und entsteht aus Glaswert, Rahmenwert und Randverbund. Je niedriger der Wert, desto geringer der Wärmeverlust.
- Ug und Uf
- Ug steht für die Verglasung, Uf für den Rahmen. Ein sehr gutes Glas in einem schwachen Rahmen verbessert den Gesamtwert nur begrenzt.
- Bautiefe
- Als Faustformel gilt: Je größer die Bautiefe eines Fensters, desto energieeffizienter lassen sich Rahmen und Verglasung auslegen.
- Warme Kante
- Ein Randverbund aus Kunststoff oder Edelstahl statt Aluminium verringert die Wärmebrücke am Scheibenrand und senkt die Gefahr von Kondensat.
- g-Wert
- Der g-Wert gibt an, wie viel Sonnenenergie durch das Glas in den Raum gelangt. Dreifachglas dämmt besser, lässt aber weniger Sonnenwärme herein.
- Fenstertausch
- Beim Ersatz oder der Erneuerung von Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenstern sind die gesetzlichen Höchstwerte für den Uw-Wert einzuhalten.
Konkrete Werte hängen vom gewählten System ab und stehen im Angebot – Pauschalangaben vor dem Aufmaß sind nicht belastbar.
Uw, Ug, Uf und die warme Kante
Drei Werte beschreiben ein Fenster, und nur einer davon zählt am Ende. Der Ug-Wert gilt für die Verglasung in der Scheibenmitte, der Uf-Wert für das Rahmenprofil. Der Uw-Wert fasst beides zusammen und berücksichtigt zusätzlich den Randverbund – also die Stelle, an der die Scheiben am Rand miteinander verbunden sind. Weil dort traditionell ein Aluminiumabstandhalter sitzt, entsteht genau hier eine Wärmebrücke.
Deshalb die warme Kante: Ein Randverbund aus Kunststoff oder dünnwandigem Edelstahl leitet deutlich weniger Wärme ab. Der Effekt auf den Gesamtwert ist messbar, der praktische Nutzen noch spürbarer – an der Scheibenkante bleibt es wärmer, und Kondenswasser im Winter wird seltener. Wärmeschutzverglasung mit isolierendem Randverbund gehört bei uns deshalb zum Standard.
- Uw ist der Wert, der in Angebot und Nachweis zählt
- Ein breiter Rahmen verschlechtert Uw, auch bei gutem Glas
- Warme Kante senkt die Wärmebrücke am Scheibenrand
- Edelgasfüllung im Scheibenzwischenraum verbessert den Ug-Wert
- Der Einbau beeinflusst den tatsächlichen Verlust mindestens so stark wie das Bauteil
Der letzte Punkt wird oft übersehen: Ein Fenster mit sehr gutem Uw-Wert, das an der Anschlussfuge Luft zieht, verliert mehr Wärme als ein mäßiges Fenster mit sauberem Anschluss. Wie wir montieren, beschreiben wir unter Montage, Wartungen und Reparaturen.

Zwei- oder Dreifachverglasung?
| Merkmal | Zweifachverglasung | Dreifachverglasung |
|---|---|---|
| Aufbau | Zwei Scheiben, ein Scheibenzwischenraum mit Edelgasfüllung. | Drei Scheiben, zwei Zwischenräume, meist zwei beschichtete Oberflächen. |
| Wärmeverlust | Deutlich geringer als bei altem Isolierglas, aber messbar höher als bei drei Scheiben. | Der niedrigste Verlust – im Neubau praktisch der Standard. |
| Solarer Gewinn | Höherer g-Wert, mehr kostenlose Sonnenwärme im Winter. | Geringerer g-Wert, weil jede Beschichtung Energie zurückhält. |
| Gewicht | Leichter, schont Beschlag und Rahmen. | Deutlich schwerer; Beschlag, Rahmen und Verklotzung müssen dafür ausgelegt sein. |
| Bautiefe | Auch in flacheren Profilen möglich. | Verlangt ein Profil mit größerer Bautiefe, sonst bleibt der Vorteil klein. |
| Oberflächentemperatur innen | Kühler an der Scheibe; am Fensterplatz im Winter spürbar. | Wärmer an der Scheibe, dadurch weniger Zugempfinden und seltener Kondensat. |
| Sinnvoll bei | Nordseiten im Bestand mit flachen Altprofilen, denkmalgeschützten Elementen, kleinen Formaten. | Neubau, umfassende Sanierung, Südseiten mit Beschattung, große Glasflächen. |
Die dritte Scheibe wirkt nur zusammen mit einem passenden Rahmen. In unserer Ausstellung stehen beide Varianten im Querschnitt nebeneinander.

Fenstertausch im Bestand: Vorgaben, Förderung, Lüftung
Was gesetzlich gilt
Werden Fenster, Fenstertüren oder Dachflächenfenster erstmals eingebaut, ersetzt oder erneuert, muss das Bauteil die vorgeschriebenen Höchstwerte für den Uw-Wert einhalten. Diese Anforderung gilt auch bei einzelnen Elementen, nicht erst bei der Komplettsanierung. Welcher Wert für Ihr Gebäude maßgeblich ist, klären wir vor dem Angebot – bei Denkmalschutz oder besonderer Bauart gibt es Ausnahmen, die einzeln geprüft werden.
Förderung
Für den Fenstertausch als Einzelmaßnahme der Gebäudehülle gibt es öffentliche Förderprogramme, unter anderem über BAFA und KfW. Bedingungen, Höhe und Antragswege ändern sich regelmäßig, und die Antragstellung erfolgt in der Regel vor Auftragsvergabe – teils mit Einbindung einer Energieberatung. Wir nennen bewusst keine Sätze, sondern sagen Ihnen, welche Unterlagen wir für einen Antrag liefern können.
Lüftung und Schimmel
Neue Fenster sind dichter als die alten. Das ist gewollt, verändert aber den Feuchtehaushalt im Haus: Wo früher unkontrolliert Luft durch die Fugen zog, muss jetzt gelüftet werden. Bleibt das aus, schlägt sich Feuchtigkeit an der kältesten Stelle nieder – meist in Raumecken an Außenwänden. Fensterfalzlüfter sorgen für einen dauerhaften Grundluftwechsel und drosseln bei hohem Winddruck selbsttätig. Bei größeren Vorhaben ist ein Lüftungskonzept ohnehin Teil der Planung.
Häufige Fragen zur Wärmedämmung von Fenstern
Je niedriger, desto besser – aber der sinnvolle Zielwert ergibt sich aus dem Gebäude, nicht aus einer Tabelle. Im Neubau sind die Anforderungen so streng, dass ohne Dreifachverglasung und großes Profil kaum etwas geht.
Im Bestand ist der Sprung vom alten Isolierglas auf eine moderne Zweifachverglasung bereits groß; der zweite Schritt zur dritten Scheibe bringt weniger zusätzlichen Gewinn, als die Zahlen vermuten lassen. Welchen Wert wir anbieten, steht im Angebot je Position.
Manchmal ja, oft nicht. Wenn Rahmen und Beschläge in Ordnung sind und das Profil einen dickeren Glasaufbau aufnehmen kann, ist ein Scheibentausch eine sparsame Verbesserung. Bei flachen Altprofilen bleibt der Gewinn klein, weil der Rahmen die Schwachstelle ist und bleibt. Wir messen das vorhandene Profil und sagen, ob der Aufwand sich lohnt.
Das ist ein gutes Zeichen, kein Mangel. Kondensat auf der Außenscheibe entsteht, wenn das Glas so gut dämmt, dass die äußere Scheibe nachts unter die Umgebungstemperatur abkühlt. Bei schlecht dämmenden Fenstern passiert das nicht, weil von innen Wärme nachströmt. Mit der Sonneneinstrahlung verschwindet der Belag.
Ja. Alte Fenster haben über ihre Fugen ständig für Luftwechsel gesorgt – ungewollt, aber wirksam. Nach dem Tausch braucht es bewusstes Lüften, bevorzugt kurz und kräftig mit weit geöffneten Fenstern. Wo das im Alltag schwerfällt, sind Fensterfalzlüfter die einfache technische Antwort.
Konstruktive Sprossen schon, weil jede Teilung zusätzliche Randverbünde und damit Wärmebrücken erzeugt. Sprossen im Scheibenzwischenraum oder aufgeklebte Stäbe sind energetisch unkritisch. Bei denkmalgeschützten Fenstern ist das eine Abwägung, die wir im Rahmen der Sonderanfertigung besprechen.
Sehr oft ja. Alte Rollladenkästen sind eine der größten Schwachstellen der Gebäudehülle: dünne Deckel, offene Durchführungen, kaum Dämmung. Wer die Fenster erneuert, sollte den Kasten gleich mitbetrachten – entweder durch Dämmung oder durch den Wechsel auf einen Aufsatzrollladen. Mehr dazu bei den Rollläden.
Ihre Ansprechpartner für Fenster und Türen
Alle drei kommen zum Aufmaß zu Ihnen nach Hause. Wählen Sie den Ansprechpartner, dessen Gebiet Ihrem Wohnort am nächsten liegt.
Stefan Weber
Metallbaumeister, Geschäftsführer, Verkauf und Technik
Köln-Mitte und West, Erftstadt, Kerpen, Bergheim, Hürth, Voreifel
Jörg Kreckel
Tischlermeister, Verkauf und Technik
Köln-Mitte, Nord und West, Leverkusen, Dormagen
Stephan Zingsheim
Verkauf und Technik
Köln-Mitte, Nord und West, Dormagen
Sie wissen nicht, wer zuständig ist? Rufen Sie die Zentrale an: 0221 / 95 64 08-18 (Fenster, Türen, Markisen, Rollläden und Jalousien) – oder nutzen Sie das Anfrageformular.






