Fenster
Fenster in Sonderform – nach Aufmaß statt nach Katalog
Rundes Fenster im Stil einer Luke, Segmentbogen über einer Haustür, geschwungenes Oberlicht: Formen, die es nicht von der Stange gibt, entstehen als Einzelstück.
Sonderanfertigungen fangen dort an, wo der Katalog endet – bei Formen, Maßen und Profilbildern, die sich aus dem Gebäude ergeben und nicht aus einer Produktliste.
Ob rundes Fenster im Stil einer Luke oder großes Fenster mit geschwungenem Oberlicht: Solche Bauteile lassen sich nur individuell lösen. Häufig kommen dabei Holzfenster zum Einsatz, deren Rahmen nach Maß gefertigt werden und sich exakt an die Gegebenheiten vor Ort beziehungsweise an die architektonischen Vorstellungen anpassen. Auch die Verglasung ist exakt abzustimmen, weil Form, Radius und Glasaufbau zusammen passen müssen.
Im Kölner Altbaubestand ist das der Normalfall und nicht die Ausnahme. Öffnungen sind selten rechtwinklig, Laibungen laufen zusammen, und das Profilbild der Nachbarfenster gibt vor, wie das neue Element aussehen darf. Dazu kommen Kastenfenster, Stichbögen und Sprossenteilungen, die sich nicht mit Standardmaßen abbilden lassen.
Je ungewöhnlicher das Bauteil, desto wichtiger ist das Aufmaß. Wir nehmen die Öffnung selbst auf, bei Rundungen und Bögen über Schablone, und besprechen Profilbild und Oberfläche am Objekt. Erst wenn diese Punkte stehen, geht das Element in Fertigung.
Sonderanfertigungen kurz erklärt
- Formen
- Kuntze fertigt Rundfenster, Rundbogen, Segment- und Stichbogen, Schrägen, Dreiecke, Trapeze und geschwungene Oberlichter.
- Material
- Meist Holz, weil es sich formen und nacharbeiten lässt; in Einzelfällen auch Kunststoff oder Aluminium.
- Sprossen
- Möglich sind echte, konstruktive Sprossen, aufgeklebte Sprossenstäbe und Sprossen im Scheibenzwischenraum.
- Aufmaß
- Rundungen und Bögen werden über Schablone aufgenommen, damit Radius und Anschlag exakt sitzen.
- Denkmalschutz
- Bei geschützten Gebäuden sind Profilbild, Teilung und Oberfläche mit der zuständigen Denkmalbehörde abzustimmen, bevor gefertigt wird.
- Verglasung
- Glasaufbau, Randverbund und Scheibenform werden auf die Sonderform abgestimmt – auch mit Wärmeschutz- oder Sicherheitsglas.
Formen, die es nicht von der Stange gibt
Technisch ist fast jede Form machbar, aber nicht jede ist sinnvoll. Ein Rundbogen aus einem Stück ist aufwendiger als ein geteilter, ein enger Radius aufwendiger als ein weiter, und bei starken Krümmungen wird die Verglasung zum begrenzenden Faktor. Wir sagen beim Aufmaß, wo die wirtschaftliche Grenze liegt und wo eine kleine Änderung der Teilung viel Aufwand erspart.
Besondere Aufmerksamkeit braucht der Beschlag. Bei Schrägen und Bögen liegt die Drehachse nicht dort, wo sie bei einem rechteckigen Flügel liegt, und nicht jede Form lässt sich als Öffnungsflügel ausführen. Oft ist die bessere Lösung eine Kombination: unten ein normal bedienbarer Dreh-Kipp-Flügel, oben ein festverglastes Oberlicht in der Sonderform.
- Rundfenster und Ovale, auch als Festverglasung
- Rundbogen, Segmentbogen und Stichbogen mit passendem Kämpfer
- Schrägen, Dreiecke und Trapeze für Giebel und Dachräume
- Geschwungene Oberlichter über Fenstern und Haustüren
- Kastenfenster und historische Profilbilder nach Vorlage


Altbau und Denkmalschutz: zuerst abstimmen, dann fertigen
Bei denkmalgeschützten Gebäuden entscheidet nicht der Geschmack, sondern die Genehmigung. Die zuständige Denkmalbehörde gibt vor, wie Profilbild, Flügelteilung, Sprossen, Oberfläche und oft auch der Glanzgrad des Lacks aussehen dürfen. Weil eine abweichend gefertigte Sonderanfertigung nicht nachträglich angepasst werden kann, ist die Reihenfolge entscheidend: aufmessen, dokumentieren, abstimmen – und erst dann bestellen.
Auch im nicht geschützten Altbau lohnt sich dieser Blick. Ein modernes Profil mit breiter Ansicht verändert das Gesicht eines Hauses stärker als jede Farbe. Wo wir Spielraum haben, suchen wir den Kompromiss zwischen historischem Erscheinungsbild und heutigem Wärmeschutz – etwa über schlanke Rahmen, Sprossen im Scheibenzwischenraum oder eine Verglasung, die dem alten Glasbild nahekommt.
Was dabei an Wärmeschutz möglich ist, hängt vom Bestand ab. Die Zusammenhänge zwischen Rahmen, Glas und Gesamtwert beschreiben wir auf der Seite Wärmedämmung.
Häufige Fragen zu Sonderanfertigungen
Ja, denn Werkzeugaufwand, Zuschnitt und Handarbeit steigen, und die Verglasung muss in Form gebracht werden. Wie groß der Unterschied ist, hängt stark von der Form ab: Ein Trapez ist moderat, ein enger Rundbogen mit Sprossen erheblich aufwendiger.
Einen belastbaren Preis nennen wir nach dem Aufmaß, weil erst dann Radien, Teilung und Anschlussdetails feststehen.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden und in Bereichen mit Gestaltungssatzung in der Regel ja – dort ist die Denkmalbehörde oder das Bauamt zuständig, und der Austausch gilt als Veränderung des Erscheinungsbildes. Bei nicht geschützten Häusern ist der Tausch meist genehmigungsfrei, solange Öffnungsmaße und Fassadenbild erhalten bleiben. Wir sagen, welche Unterlagen erfahrungsgemäß verlangt werden, und unterstützen bei der Zusammenstellung.
Ja, Kastenfenster sind ein typischer Fall für die Sonderanfertigung. Sie bestehen aus zwei hintereinander liegenden Fensterebenen und bringen allein durch den Luftzwischenraum einen guten Schallschutz mit. Der Nachbau ist aufwendig, erhält aber das Erscheinungsbild und ist bei Denkmalschutz oft die einzig zulässige Variante.
Konstruktive Sprossen teilen die Verglasung wirklich und wirken deshalb am echtesten – sie kosten aber Dämmwert, weil jede Teilung zusätzliche Randverbünde erzeugt.
Sprossen im Scheibenzwischenraum sind energetisch unproblematisch, wirken aus der Nähe aber flach. Aufgeklebte Sprossenstäbe auf beiden Scheibenseiten sind der verbreitete Kompromiss. Welche Variante bei Ihnen passt, entscheidet der Abstand, aus dem man das Fenster üblicherweise sieht.
In den meisten Fällen ja. Grenzen setzen enge Radien, kleine Flächen und das Gewicht, weil eine dritte Scheibe den Flügel schwerer macht und damit Beschlag und Rahmen belastet. Bei kleinen Rundfenstern ist eine gute Zweifachverglasung häufig die sinnvollere Lösung.
Länger als bei Standardelementen, weil Schablone, Zeichnung und Freigabe vorausgehen und die Verglasung separat gefertigt wird. Eine verbindliche Angabe machen wir erst, wenn die Form freigegeben ist – pauschale Termine vor der Klärung des Profilbildes wären unseriös.
Ihre Ansprechpartner für Fenster und Türen
Alle drei kommen zum Aufmaß zu Ihnen nach Hause. Wählen Sie den Ansprechpartner, dessen Gebiet Ihrem Wohnort am nächsten liegt.
Stefan Weber
Metallbaumeister, Geschäftsführer, Verkauf und Technik
Köln-Mitte und West, Erftstadt, Kerpen, Bergheim, Hürth, Voreifel
Jörg Kreckel
Tischlermeister, Verkauf und Technik
Köln-Mitte, Nord und West, Leverkusen, Dormagen
Stephan Zingsheim
Verkauf und Technik
Köln-Mitte, Nord und West, Dormagen
Sie wissen nicht, wer zuständig ist? Rufen Sie die Zentrale an: 0221 / 95 64 08-18 (Fenster, Türen, Markisen, Rollläden und Jalousien) – oder nutzen Sie das Anfrageformular.




