Fenster
Einbruchschutz am Fenster: Zeit gewinnen, die Täter nicht haben
Einbruchhemmung entsteht nicht durch ein einzelnes Bauteil, sondern aus dem Zusammenspiel von Rahmen, Beschlag, Verglasung und Befestigung im Mauerwerk.
Statistiken besagen, dass rund 70 Prozent aller Einbrüche über Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren erfolgen. Ob jemand hineinkommt, entscheidet vor allem der Zeitfaktor.
Verschaffen sich Täter innerhalb von etwa fünf Minuten keinen Zutritt, lassen sie oft von ihrem Vorhaben ab. Genau darauf zielt mechanischer Einbruchschutz: Er soll nicht unüberwindbar sein, sondern lange genug widerstehen, dass der Versuch abgebrochen wird. Deshalb lohnt es sich, in einbruchhemmende Fenster zu investieren – vor allem im Erdgeschoss, im Bereich von Terrassen und Balkonen und an allen gut zugänglichen Stellen des Hauses.
Einbruchhemmende Fenster – ob aus Holz, Kunststoff oder Aluminium – zeichnen sich durch eine besonders hohe mechanische Stabilität von Rahmen, Flügel und Beschlag aus. Beim Beschlag kommen zusätzliche Pilzkopfverriegelungen und Sicherheits-Schließstücke zum Einsatz, weiteren Schutz bietet eine hochwertige, durchwurf- oder durchbruchhemmende Verglasung.
Entscheidend ist, dass die Teile als geprüfte Einheit zusammenarbeiten. Ein guter Beschlag in einem schwach verankerten Rahmen bringt wenig, und ein Sicherheitsglas hilft nicht, wenn der Flügel aus dem Rahmen gehebelt werden kann. Deshalb stellen wir Ihnen ein Konzept für das ganze Haus zusammen – bei Bedarf gemeinsam mit den Türen, nachzulesen unter Haus- und Sicherheitstüren.
Einbruchschutz am Fenster kurz erklärt
- Norm
- Einbruchhemmende Fenster und Türen werden nach DIN EN 1627 in Widerstandsklassen von RC1N bis RC6 eingeteilt; im Wohnbau sind RC2 und RC3 die üblichen Stufen.
- Beschlag
- Pilzkopfverriegelungen greifen hinter das Schließstück und verhindern das Aufhebeln; Sicherheits-Schließstücke werden zusätzlich im Rahmen verschraubt.
- Griffe
- Abschließbare Fenstergriffe verhindern, dass ein Flügel nach dem Aufbohren oder Durchgreifen geöffnet wird.
- Verglasung
- Verbundsicherheitsglas besteht aus mehreren Scheiben mit reißfesten Folien dazwischen – es splittert nicht und hält dem Durchgriff stand.
- Befestigung
- Geprüfte Elemente wirken nur, wenn sie nach Vorgabe des Herstellers im Mauerwerk verankert werden – das ist Teil der Prüfung.
- Nachrüstung
- Vorhandene Fenster lassen sich mit Zusatzschlössern, Bandseitensicherungen und abschließbaren Griffen nachrüsten, erreichen aber keine geprüfte Widerstandsklasse.
Eine kostenlose, herstellerneutrale Einschätzung gibt es zusätzlich bei den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen.
Widerstandsklassen nach DIN EN 1627
| Klasse | Geprüft gegen | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| RC1N | Einfache körperliche Gewalt wie Anspringen, Aufhebeln mit dem Körper, Herausreißen; kein geprüfter Schutz gegen Hebelwerkzeug, keine Anforderung an das Glas. | Obergeschosse und Fenster, die von außen schwer erreichbar sind. |
| RC2N | Gelegenheitstäter mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendreher, Zange und Keil – ohne Anforderung an die Verglasung. | Lagen, in denen aus gestalterischen Gründen normales Glas bleiben soll. |
| RC2 | Wie RC2N, zusätzlich mit durchwurfhemmender Verglasung. | Erdgeschoss, Terrassen- und Balkontüren, leicht erreichbare Fenster – die von der Polizei empfohlene Mindeststufe im Wohnbau. |
| RC3 | Täter, die zusätzlich mit Kuhfuß und Brechstange arbeiten; stärkere Verglasung und Verriegelung. | Freistehende Häuser in ruhiger Lage, gefährdete Rückseiten, Räume mit besonders schützenswertem Inhalt. |
Geprüft wird immer das vollständige Bauteil aus Rahmen, Flügel, Beschlag, Verglasung und Befestigung. Einzelne Komponenten in RC2-Qualität ergeben kein RC2-Fenster.
Beschlag, Glas und Griff – die drei Hebel
Beschlag und Verriegelung
Der häufigste Angriff ist das Aufhebeln der Ecke mit einem Schraubendreher. Dagegen wirken Pilzkopfzapfen, die sich beim Verschließen hinter das Schließstück legen, sowie Schließstücke, die nicht nur im Profil, sondern im tragenden Rahmen verschraubt sind. Je mehr Verriegelungspunkte rundum sitzen, desto gleichmäßiger wird die Hebelkraft verteilt.
Verglasung
Durchwurfhemmendes Glas und Verbundsicherheitsglas bestehen aus mehreren Scheiben, die über zähelastische Folien verbunden sind. Die Scheibe kann brechen, die Folie hält den Verbund – es entsteht kein Loch, durch das gegriffen werden kann. Wichtig ist die Verklotzung im Glasfalz: Lässt sich die Scheibe herausdrücken, hilft der beste Glasaufbau nicht.
Griff und Bedienung
Ein abschließbarer Griff verhindert, dass der Flügel nach einem Durchgriff oder nach dem Aufbohren des Getriebes geöffnet wird. Er kostet wenig und wirkt sofort – allerdings nur, wenn er auch abgeschlossen wird. Dasselbe gilt für die Grundregel, die jede Technik aushebelt: Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster.

Nachrüsten im Bestand
Wenn ein Austausch nicht ansteht, lässt sich die Hürde dennoch deutlich erhöhen.
Zusatzschlösser
Aufschraubbare Riegel auf der Griffseite nehmen die Hebelkraft dort auf, wo angesetzt wird.
Bandseitensicherungen
Sie verhindern, dass der Flügel auf der Scharnierseite aus dem Rahmen gehoben wird.
Abschließbare Griffe
Der günstigste Baustein mit sofortiger Wirkung – vorausgesetzt, der Schlüssel wird benutzt.
Beschlag nachstellen
Ein Flügel, der nicht sauber schließt, lässt sich leichter aufhebeln. Nachstellen kostet wenig und bringt viel.
Sicht und Licht
Freie Sichtachsen, Bewegungslicht und entfernte Aufstiegshilfen wie Mülltonnen oder Leitern wirken vorbeugend.
Polizeiliche Beratung
Die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen beraten kostenlos und herstellerneutral zum Schutz des eigenen Hauses.
Häufige Fragen zum Einbruchschutz am Fenster
Für alle leicht erreichbaren Öffnungen – Erdgeschoss, Terrassen- und Balkontüren, Fenster über Garagendächern oder Anbauten – gilt RC2 als sinnvolles Mindestmaß.
RC3 ist die nächste Stufe und kommt bei freistehenden Häusern, schlecht einsehbaren Rückseiten oder besonderem Schutzbedarf in Betracht. In oberen Geschossen reicht meist eine geringere Klasse, weil der Aufstieg selbst die Hürde ist.
Eine geprüfte Widerstandsklasse lässt sich nachträglich nicht erreichen, weil immer das vollständige, im Werk geprüfte Bauteil zertifiziert wird. Deutlich verbessern lässt sich die Lage dennoch: Zusatzschlösser, Bandseitensicherungen, abschließbare Griffe und ein korrekt eingestellter Beschlag erhöhen den Zeitaufwand für den Täter erheblich. Ob sich Nachrüsten oder Tauschen lohnt, hängt vom Alter und Zustand der Fenster ab – wir sehen uns das vor Ort an.
Weniger als viele erwarten. Die meisten Versuche beginnen mit dem Aufhebeln des Flügels, nicht mit dem Zerstören der Scheibe. Erst wenn Rahmen und Beschlag so stabil sind, dass das Hebeln scheitert, wird das Glas zum Angriffspunkt – dann aber ist Verbundsicherheitsglas der entscheidende Baustein. Sinnvoll ist beides in Kombination.
Ja, und zwar unabhängig von der Widerstandsklasse. Ein gekipptes Fenster ist in Sekunden geöffnet, auch bei einem RC3-Element. Wer lüften möchte, ohne das Fenster offen zu lassen, kann über Fensterfalzlüfter oder Kippbegrenzungen mit Verriegelung nachdenken.
Nicht ausschließlich, aber dort beginnt er. Zu prüfen sind auch alle Fenster, die über Vordächer, Garagen, Balkone, Anbauten oder Gerüste erreichbar sind – solche Stellen werden regelmäßig unterschätzt. Ein Konzept für das ganze Haus setzt die Mittel dort ein, wo der Zugang am einfachsten ist.
Ja. Geprüfte Elemente sind in Holz, Kunststoff und Aluminium erhältlich, ebenso als Schiebeanlage. Beim Holzfenster bringen dichte Hölzer Vorteile, weil die Beschlagschrauben besseren Halt finden; Details dazu stehen unter Holzfenster.
Ein Rollladen ist vor allem Sichtschutz und Verzögerung. Mit Hochschiebesicherung, stabilen Endschienen und einer geschlossenen Führung erhöht er den Aufwand hörbar und sichtbar. Als Ersatz für ein einbruchhemmendes Fenster taugt er nicht – als Ergänzung durchaus, mehr dazu bei den Rollläden.
Ihre Ansprechpartner für Fenster und Türen
Alle drei kommen zum Aufmaß zu Ihnen nach Hause. Wählen Sie den Ansprechpartner, dessen Gebiet Ihrem Wohnort am nächsten liegt.
Stefan Weber
Metallbaumeister, Geschäftsführer, Verkauf und Technik
Köln-Mitte und West, Erftstadt, Kerpen, Bergheim, Hürth, Voreifel
Jörg Kreckel
Tischlermeister, Verkauf und Technik
Köln-Mitte, Nord und West, Leverkusen, Dormagen
Stephan Zingsheim
Verkauf und Technik
Köln-Mitte, Nord und West, Dormagen
Sie wissen nicht, wer zuständig ist? Rufen Sie die Zentrale an: 0221 / 95 64 08-18 (Fenster, Türen, Markisen, Rollläden und Jalousien) – oder nutzen Sie das Anfrageformular.